Überblick
Der Hauptteil des Erzes wird im schwedischen
Kiruna gewonnen und in Norwegen, in Narvik verschifft. Diese Strecke wurde
1891 fertig gestellt. Narvik wird von den Ausläufern des Golfstroms
erreicht und ist daher ganzjährig eisfrei. Weiter gibt es eine Grube
in Koskulskulle bei Malmberget/Gällivare. Das hier gewonnene Erz wird
vornehmlich in die andere Richtung gefahren, nämlich nach Luleå
an die Ostsee. Inbetriebnahme dieser Strecke 1895. Beide Streckenteile
wurden 1903 miteinenader verbunden. An einer Stichstrecke dieser Verbindung
liegt die erst später erschlossene Grube in Svappavaara, die inzwischen
stillgelegt ist. Allerdings ist hier noch die Erzaufbereitung aktiv, d.h.
auch dieser Standort wird von Erzzügen angefahren. In den Jahren 1915
bis 1922 wurde die gesamte Strecke elektifiziert.
Natürlich stellt der Betrieb einer
solchen Bahnlinie im Winter und vor allem im höher gelegenen Streckenabschnitt
im Bereich der schwedisch-norwegischen Grenze und dann hinunter nach Narvik
ganz besondere Anforderungen - von den enormen Zuglasten der Erzzüge
ganz zu schweigen.
Die Grubengesellschaft LKAB hat 1993 von
den schwedischen und norwegischen Staatsbahnen den Transport in eigener
Regie übernommen. 1996 wurde dann der Transportbereich ausgelagert
und es wurde je eine norwegische und eine schwedische Transportfirma gegründet
(MTAS bzw MTAB). Die Bahnstrecke selbst wird nach wie vor den jeweiligen
Staatsbahnen unterhalten. Auf der Erzbahn (Querverbindung Nordsee - Ostsee)
findet auch "normaler" Güterverkehr sowie überregionaler Personenverkehr
statt. Im Sommer 2003 übernahm Connex/Veolia den Personenfernverkehr
von Tågkompaniet, ab Sommer 2008 wird wieder SJ fahren. Daneben starten
immer wieder Versuche einen mehr oder weniger touristisch orientierten
Betrieb auf einer Teilstrecke von Narvik aus zu fahren. 2005 nahm hier
die Narvik ansässige Bahngesellschaft OBAS (Ofotbanen AS) wieder eine
Zugpaar in Betrieb.
Das norwegische Teilstück umfasst
nur ca. 50 km von der Grenze zu Schweden hinunter nach Narvik - ohne weitere
Verbindung zum norwegischen Streckennetz, das sonst etliche 100 km weiter
südlich in Bodö endet.
In Schweden hat die Erzbahn in Gällivare
Anschluß an die Strecke der Inlandsbahn, in Boden schließt
die schwedische Hauptstrecke nach Süden Richtung Stockholm sowie eine
Verbindung nach Finnland an. |
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| Lageplan der Erzbahn in
Lappland |
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Kiruna, Abraumhalden, 2005  |
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Narvik, Verladekran,
2005  |
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Der Personenfernverkehr
Narvik-Kiruna-Luleå, bzw weiter nach Stockholm wird schon seit vielen
Jahren mit von Rc bespannten Wagenzügen, teilweise mit Kinowagen ("bio
på tåg") und Speisewagen, durchgeführt. Im Januar 2000
übernahm nach gewonnener Ausschreibung Tågkompaniet die Verkehre
von der SJ, seit Juni 2003 fährt Connex, bzw Veolia, seit Mitte 2008
wieder SJ. In der Regel nutzen die "privaten" Betreiber von der Staatsbahn
angemietetes Material. Auffallend waren allerdings die bis 2002 eingesetzten
ehemaligen deutschen Rheingold-Domcar, von denen Tågkompaniet 5 Stück
im Einsatz hatte.
Der bereits erwähnte
Regionalverkehr von Narvik aus wurde über Jahre im Sommer mit alten
norwegischen Triebwagen der Reihe Bm 68 als reiner Touristenzug gefahren.
Der Verkehr ruhte dann einige Jahre bis die neue Narviker Bahngesellschaft
OBAS (Ofotbanen AS) mit einem Zug, gebildet aus angekauften älteren
norwegischen Personenwagen und einer El13 im Jahr 2005 den Betrieb des
"Karven" genannten Zuges wieder aufnahm. Meist fuhr aber statt des Zuges
nur ein Bus.
Der reguläre
Güterverkehr findet mit Container-Ganzzügen statt. Bekannt ist
der ARE (ArcticRailExpress) von Oslo durch Schweden nach Narvik. Zuglok
ist die schwedische Rc. Auffallend ist ausserdem der aus Tragwagen mit
blauen Behältern gebildete Zug, den TGOJ mit einer Lok der Reihe Ma
fährt. Hier wird Sulfiderz transportiert, das von der Grube Attik
per LKW nach Gällivare kommt, dort umgeladen wird und weiter in ein
Werk des Konzerns "Boliden" bei Skellefteå an die Ostsee.
Dominant sind logischerweise
die Erzzüge selbst, die den ganzen Tag über unermüdlich
das Erz an die Küstenhäfen Narvik und Luleå bringen. Erz
wird seltener als Erzstaub, meist in Form von Pellets, das sind kleine
Kügelchen von ca 1cm Durchmesser, transportiert. Daneben wird von
Narvik aus das zur Erzaufbereitung verwendete Olivin, das auf die Entfernung
wie ein feiner weißer Schotter aussieht, nach Kiruna und Svappavaare
gefahren.
Die Erzgrube in
Kiruna produziert ca. 2 % des Welterzaufkommens !
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Personenzug in Abisko, 2005  |
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Umschlagplatz Gällivare,
2005 |
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IORE trifft Dm3,Gransjö,
2003  |
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Narvik, Personenbahnhof,
2005 |
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| Begonnen wurden
der Erzverkehr mit Dampfloks und zweiachsigen Wagen, von denen jeder 25
Tonnen befördern konnte. Auch die netten drei-achsigen Erzwagen (Typ
Mas) haben schon längst ausgedient. Mit den dann 4-achsigen Wagen
erfolgten weitere Steigerungen der Transportmengen, so dass das Eisenerzes
viele Jahre hinweg bis 2006 in 52-Wagen-Zügen befördert wurde;
dabei brachte jeder Erzwagen leer 20 und beladen 100 Tonnen auf die Waage
- die Züge wiegen also 5200 Tonnen. Als Zuglok dient entweder die
dreiteilige Dm3 (mit Stangenantrieb, 7200kw, Bj. 1960-1970) oder eine der
9 neuen IORE-Doppelloks (10800kw, Baujahr 2000-2004). Die 6 norwegischen
El15, die in Doppeltraktion unterwegs waren, sind seit Ende 2003 nicht
mehr im Einsatz - sie wurden Ende 2004 an das südschwedische Unternehmen
HectorRail verkauft. Zusammengehalten werden die Erzzüge mit Mittelpufferkupplungen
(Klauenkupplung) sowjetischer Bauart.
Verwendet wurden
für die 52-Wagen-Züge ausschließlich 4achsige Selbstentladewagen,
die speziell für die Erzbahn konstruiert sind. Im Regelfall sind das
Wagen der Reihe Uad und Uadk mit 80t Zuladung (Gesamtgewicht 100t). Anfang
der 1990´er Jahre wurde dann geplant, mit neuen Wagen und längeren
Zügen die Transportmengen abermals zu erhöhen. Die neuen Wagen
sollten jeweils 100t Erz zuladen können und in Zügen mit 68 Wagen
(Gesamtgewicht der Züge damit rund 8160 Tonnen) verkehren. Die ab
2000 gelieferten IORE-Doppelloks waren die hierfür vorgesehene Traktion.
Der Knackpunkt war
die notwendige Erhöhung der Achslast von 25 auf 30 Tonnen. Seit ca.
2003 gab es zunächst einen "Testzug" der aus neuen Wagen Typ Uno,
mit einem Maximalgewicht von 120t je Einzelwagen, bestand. Da sich diese
in Südafrika gebauten Wagen jedoch nicht bewährten wurden 2005
erst einmal weitere 110 Wagen des bisherigen Baumusters gekauft (Typ Uadk).
2006 waren dann
die Tests mit neuen in Schweden hergestellten 120t - Wagen erfolgreich.
Ende 2006 wurden 680 (!) neue Wagen vom Typ F bestellt. Das Untergestell
stellt Kokums/Malmö (K-Industries) her, den Aufbau macht "Kiruna Wagons"
in Kiruna selbst. Der Lieferabschluss ist geplant 2010. Die Wagen werden
jeweils als Paar fest mit einer Stange gekuppelt, das spart technische
Ausrüstung bei den Bremsluftbehältern.
Durch die IORE und
die längeren Züge sollten die alten Dm3 komplett überflüssig
werden. Bedingt durch den ersten Mißerfolg mit den längeren
Zügen, verbunden mit einem gleichzeitig deutlichen Anstieg der Erzproduktion,
waren zunächst beide Loktypen mit den herkömlichen 52-Wagen Zügen
voll im Einsatz. Nur die 6 norwegischen El 15 konnten ausgemustert werden.
Im Laufe des Jahres 2007 wurden dann im Südumlauf nach Luleå
eigentlich nur noch die neuen 68-Wagen-Züge eingesetzt. Ende 2009
wurden dann die erste der vier weiteren bestellten IORE-Loks ausgeliefert.
Inzwischen ist auch die Strecke nach Narvik (Nordumlauf) auf die neuen
Achslasten und Zuglängen vorbereitet. Die neue Entladeanlage wurde
im Oktober 2009 in Narvik in Betrieb genommen.
Die Stangenlok Dm3
ist mithin ein Auslaufmodell, nur einige wenige sollen als Reserve nach
2011 noch im Dienst bleiben.
Zum rangieren der
Erzzüge (mit Diesel) stehen insgesamt zwei T44 und vier T46 zur Verfügung
- letztere hat die gleiche GM-Maschine wie die T44, ist aber mit sechs
Achsen und einem Gewicht von 150 Tonnen für Erzzüge besser gerüstet.
Daneben ist in Narvik noch eine "Motala"-Rangierlok als Reserve im Einsatz
und wohl mehr aus Liebhaberei ist in Kiruna auch noch eine alte Stangen-Elok
vom Typ Da vorrätig. 2007 dann wurde beschlossen die T46 gründlich
zu modernisieren, begonnen wurde mit T46-2 im Herbst in Vetlanda bei STT.
Das Betriebswerk
ist in Kiruna.
Eine ausführliche
bildliche Darstellung aller Triebfahrzeuge findet sich bei den "specials"
unter der Rubrik
"Erzbahn".
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Erzwagen Mas, Narvik, 2003 |
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Erzwagen Uad, Narvik, 2005  |
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Erzwagen Uadk, Kiruna, 2005  |
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Erzwg. Uno, Gällivare,
2003  |
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Erzwg. F, Svappavaara, 2007  |
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52 Wagen, Vassijaue, 2003  |
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