Rjukanbanen:
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| Die Rjukan-Bahn
(norw. Rjukanbane) ist eine ehemalige elektrifizierte Industriebahn in
Südnorwegen (Telemark). Sie führt vom Ort Rjukan, bzw. dem Kraftwerk
bei Vemork über 16 km nach Mæl und von dort über den Tinnsjø
(See) mittels Eisenbahnfähre 30 km weit bis nach Tinnoset, wo Anschluss
an das Netz der Staatsbahn besteht. Die Bahn wurde von 1908 bis 1991
betrieben. Danach bestand noch bis 2003 ein Museumsbahnbetrieb. Bahnanlagen
und Fahrzeuge sind größtenteils noch vorhanden. Das Stück
von Vemork nach Rjukan ist nicht elektrifiziert, die Strecke von Rjukan
nach Mæl wurde mit 15 kV, 16 2/3 Hz betrieben. Strom wurde vom Kraftwerk
in Vemork bezogen. |
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| geografische Lage Rjukan |
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1.) Historie:
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| In Betrieb genommen
wurde die Line 1909, elektrisch betrieben ab 1911. Zunächst für
den Bau des Kraftwerks in Vermok benötigt - die heute bestehende bequeme
Strassenverbindung am Tinnsjø bestand noch nicht - diente sie danach
primär dem mit dem Kraftwerk verbundenen Chemiewerk. Die Firma Norsk
Hydro stellte hier vor allem Kunstdünger her. Im zweiten Weltkrieg
war das Werk stark umkämpft weil hier das für den Bau der Atombombe
benötigte Schwere Wasser produziert werden konnte. Neben dem Güterverkehr
wurde aber auch Personenverkehr betrieben, es gab in den dreißiger
Jahren sogar eine direkte Schlafwagenverbindung nach Oslo. Der Personenverkehr
auf der Bahnstrecke wurde 1970 eingestellt, auf den Fähren 1985. 1991
wurde auch der Güterverkehr eingestellt, da ein Teil der Produktion
nach Porsgrunn verlangert und zudem ein neue Straßenverbindung an
der Westseite des Tinnsjö hergestellt worden war. Anschließend
gab es bis etwa 2000 noch einen Museumsbahnbetrieb, ausgeführt von
der Stiftung Rjukanbahn. Seither verrotten die Anlagen zunehmend. Der Fahrdraht
hängt noch, ein Stück weit kann im Sommer mit Draisinen gefahren
werden. Die Bahn war vor der Liberalisierung des Eisenbahnverkehrs die
letzte Privatbahn Norwegens. Sie hatte die - inzwischen neu vergebene -
UIC Mitgliedsnummer 65 RjB.
Die Anschlußstrecke
von Tinnoset nach Notodden besteht auch noch, ist aber stillgelegt (Tinnosbanen).
Ab Notodden südwärts wird mit Y1- Triebwagen gefahren (Bratsbergbahn),
allerdings droht auch hier 2010 die Betriebseinstellung. |
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| Rjukan Bahnhof 2004 ö |
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2.) Eisenbahnfähren
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| Nach einigen kleineren Schiffen wurden
ab 1929 die Dampffährschiffe Hydro und Ammonia eingesetzt. D/F Hydro
wurde 1944 bei Krieghandlungen versenkt, sie liegt in rund 460m Tiefe.
1956 wurde die Motorfähre Storegut in Betrieb genommen, die D/F Ammonia
blieb aber als Reserveschiff betriebsbereit. Es heißt, M/F Storegut
sei das größte Binnenschiff Skandinaviens, D/F Ammonia die letzte
noch existierende dampfbetriebene Eisenbahnfähre der Welt. Die beiden
Fähren werden heute zum Teil als Abstellplatz für das ehemalige
Rollmaterial der RjB genutzt. Die Storegut liegt in Tinnoset, die Ammonia
in Mæl (Stand 2008). |
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| M/F Storegut in Tinnoset,
2004 ö |
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3.) Rollmaterial
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| Zuletzt waren auf
der Rjukanbahn die 1958 von Jung/Secheron gebauten E-Loks Nr. 9 und 10
im Einsatz. Dazu kamen drei Henschel Dieselloks vom Typ DHG 500 (Baujahr
1961) für den Rangierdienst und für das nicht-elektrifizierte
Verbindungsstück Vermok - Rjukan. Die Stiftung Rjukanbahn besitzt
noch die Loks 9 und 10 sowie die Henschelloks 20 und 22. Auch Lok 24 -
vormals NSB Skd 213.65 - ist noch vorhanden. Daneben haben sich weitere
historische Fahrzeuge der NSB angesammelt, so El9.2064 und etliche Triebwagen,
Mittelwagen und Steuerwagen der Reihen 67 und 68. Daneben sind eine ganze
Reihe von Güterwagen, Material- und Arbeitswagen vorhanden (Stand
2008). |
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| Lok 24 in Mæl,
2004
ö |
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3.) Heute
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Als künftiges Unesco-Weltkulturerbe
soll die Bahnstrecke samt Fährverbindung erhalten bleiben. Im Jahr
2009 wurde zum 100-jährigen Jubiläum in einem großen Kraftakt
die Strecke provisorisch wieder hergerichtet und mit Sonderzügen bis
nach Rjukan befahren. Auch die Fähre Storegut konnte dazu wieder in
Betrieb genommen werden. Sinnigerweise sollte 2010 der verbliebene Personenverkehr
auf der Bratbergsbahn, der Verbindung von Notodden zur Küste und zum
übrigen NSB-Netz eingestellt, werden. Glücklicherweise konnte
das verhindert werden. |
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