subject: scanditrain - INFO - TGOJ
update:  2006-07-23
author:  SRS scanditrain 
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TGOJ:

"TGOJ Trafik AB" ist heute eine Tochter des Güterverkehrsunternehmens Green Cargo und fährt bestimmte Güterzüge in Schweden in eigener Regie und mit eigenen Loks. Heimat-Bw ist Eskilstuna. Weiter betreibt TGOJ Werkstätten für die SJ. Die Abkürzung TGOJ stand ursprünglich für "Trafikaktiebolaget Grängesberg - Oxelösunds Järnväger". Bis 1990 war die Gesellschaft selbstständig und transportierte Eisenerz aus Bergslagen zum Ostseehafen Oxelösund (südlich von Stockholm).
Logo 

1.) Historie:


Die Gesellschaft entstand in dieser Form 1931 durch den Zusammenschluss dreier privater Bahnlinien im Mittelschwedischen Bergbaugebiet Bergslagen. TGOJ war Teil  der "TGO - Trafikaktiebolaget Grängesberg-Oxelösund" bzw. der "Grängesbergbolaget". Diese Gesellschaften kann man wohl als Grubenimperium bezeichnen - von den Erzgruben, über den Verkehr und Hüttenwerke bis zum Hafen - alles in einer Holding. TGOJ wurde gegründet zum Zweck des Transportes von Eisenerz von der Grube Grängesberg (und anderen) an die Ostsee nach Öxelösund. Daneben wurden aber schnell noch andere Verkehre einschließlich Personenverkehr und Busverkehr in der Region übernommen.  Zwischen 1947 und 1962 wurden die Strecken elektrifiziert.  In den 70erJahren bedingte die Grubenkrise einen deutlichen Rückgang des Transportvolumens. Nacheinander schlossen etliche Gruben. 1988-1990 verlor die Firma Ihre Selbständigkeit und Bedeutung. Erst ging das Streckennetz auf Banverket über, dann wurde die Gesellschaft von der schwedischen Staatsbahn SJ übernommen. Die letzte Gruben schlossen und im April 1990 fuhr der letze Erzzug. Inzwischen ist TGOJ eine 100% - Tochter von Green Cargo.

Das Logo der Firma war zunächst ein rundes G, mit einem Kreis drumherum und einem schräg nach oben gerichteten Pfeil. Später ging man dann zum schlichten TGOJ und den neuen Hausfarben grün/blau über. 2005 wurde zu "TGOJ Trafik AB" umfirmiert, das Logo wieder geändert.

Museum Grängesberg 2003 ö

2.) historisches Rollmaterial

Es gab einen großen und vielseitigen Fahrzeugpark, z.B. drei sehr erfolgreiche Dampfturbinenloks (in Betrieb 1930 - 1953), von denen noch zwei erhalten sind.
Als Erzwagen waren verschiedne Typen von Dreiachsern im Einsatz. 1943 z.B. besaß TGOJ 1569(!) dieser Wagen, 1965 nur noch 1050 Wagen. Die Wagen wurden im Hafen zum Entleeren einzeln oder zu zweit mit verschiedenen Techniken einfach von den Schienen gehoben und umgekippt. Während der Dampfära betrug das Zuggewicht zuletzt bis zu 1700 Tonnen, nach der Elektrifizierung bis zu 2700 Tonnen. 
Erhalten geblieben ist das Areal des Erzbahnhofes und Bw`s in Grängesberg, hier ist heute ein großes Eisenbahnmuseum. Aus der Erzbahnzeit hat TGOJ nur die Loks der Reihe Ma behalten sowie einige wenige Rangierloks (und ein paar nicht mehr ganz taufrische Wagen für den internen Bedarf, die man jedenfalls nicht mehr mit schweren Trafos beladen sollte  ;-)   siehe Bild).
tz, tz, Eskilstuna 2004 ö

3.) heutiges Rollmaterial

Mit Übernahme der TGOJ durch die SJ wurden alle SJ-Loks der Reihe Ma auf die TGOJ übertragen, die damit insgesamt rund 30 E-Loks diese Typs besaß. So die Loks noch regelmäßig im Einsatz sind, wurden sie in den neuen Hausfarben hellgrün mit blauen Streifen lackiert. Bei Engpässen werden aber auch noch alte braune ehemalige SJ- Ma eingesetzt.
TGOJ besitzt auch einige ehemalige norwegische El16, die ja eigentlich nichts anderes als Rc4 sind, sowie drei der aus Österrreich "zurückgeholten" Rc2 (dort ehemals Reihe 1043). Letztere gingen allerdings 2005/2006 zurück an TÅGAB.
Weiter hat TGOJ einige kleinere Dieselloks, eine T44, dazu etliche T43, zwei Class66 und inzwischen auch ehemalige dänische MZ (in Schweden TMZ) - Stand 2006.
Daneben verfügt TGOJ über etliche hochmoderne Güterwagen, meist Spezialwagen. 
Ma in Eskilstuna, 2006 ö
 
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